Abdrücke

Neulich habe ich an einem Fenster einen so deutlichen Abdruck eines Vogels gesehen, dass ich ihn erstens fotografieren wollte und er mich zweitens zu ein paar komischen Gedankengängen veranlasste. Während das Foto nichts geworden ist, sind die Gedankengänge geblieben.

Irgendwie hinterlassen wir alle Abdrücke an den Schaufenstern an denen wir tagtäglich vorbeilaufen. Na gut, zumindest an den Schaufenstern die uns interessiern und an denen wir stehen bleiben. Manchmal steht hinter diesen Fenstern anderere Menschen, machmal eine Situation, eine Sache, ein Ding.
Hin und wieder, drücken wir nur unsere Nase an der Scheibe platt. Weil wir nicht nah genug heran kommen können. Doch die Scheibe bleibt und ist da. Immerhin hinterlassen wir einen Abdruck.
Ein ander mal, rennen wir in vollem Lauf gegen diese Scheibe. Entweder, weil wir sie nicht wahrnehmen können, wollen oder hoffen, dass sie dadurch zerspringt und wir dahinter kommen. Dann hinterlassen wir sehr sehr deutliche Abdrücke.
Und wieder ein ander mal, drücken wir uns die Nase an einer vermeintlichen Scheibe platt, merken keinen Widerstand und fallen in den Raum dahinter. Und das ist dann einer der Momenten die das Leben so richtig interessant machen. Denn dann hinterlassen wir keinen Abdruck mehr auf einer Scheibe. Dann hinterlassen wir den Abdruck auf der Person, der Sache, dem Ding dahinter.
Und manchmal war da dann doch eine Scheibe und man fällt in eine Scherbe und liegt blutend am Boden. Dann kann man nur wieder aufstehen und weiter machen. Denn auch das ist das Leben.

(Ja, ich geb ja zu, das ist noch etwas wirrer als sonst. Aber immerhin habe ich das Blog ja nicht umsonst im Untertitel Gedankenfetzen genannt, denn nicht mehr ist dieser Text. Nur ein Gedankenfetzen. Einer den ich festhalten wollte)

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