Ein kleiner, persönlicher Jahresrückblick

Ein eher komisches Jahr neigt sich dann (endlich?) dem Ende entgegen. Grund genug für mich einfach mal in das Jahr zurückzuschauen und zu überlegen was denn so monatsweise hängen geblieben ist.
Gleich noch eines vorneweg: Der Rückblick ist teilweise ein persönlicher. Vielleicht wird sich die ein oder andere Person darin finden – auch wenn ich keine Namen nennen werde.
Warum ich den Rückblick öffentlich schreibe? Weil doch das ein oder andere, was in diesem Jahr geschah zu dem ein oder anderen Artikel hier im Blog führte.

Januar

Herz hüpft, Notaufnahme, Herz kriegt sich wieder ein und ist gesund. Trotzdem Tabletten.

Febraur

Realtiv ruhiger Monat, allerdings brauen sich dunkle Wolken am Horizont zusammen.

März

Zwischen zwei, sehr schönen, Konferenzen, kommt der Sturm an und ich fange dann direkt an eine eigene Wohnung zu suchen. Nach über 5 Jahren wieder alleine zu leben wird sicher eine Umstellung.

April

Umzug. Umzug erledigt. Viele helfenden Hände vor Ort gewesen. Vielen Dank nochmal an alle.

Mai

Sinnkrise. Das erste mal seit über 10 Jahren emotionale Beschäftigung mit dem Thema Suizid. Danke an mindestens einen guten Freund, der in dem Moment da war und geholfen hat der Beschäftigung die emotionale Komponente zu entziehen Und auch danke, an all die, die mich auf die Seite genommen haben und ihren Rat angeboten haben ohne ihn mir aufzudrängen. Ich entschließe mich wieder zu bloggen. Nebenbei beginne ich regelmäßiger kürzere Langstrecken zu laufen.

Juni

Ich entdecke die Welt außerhalb der vier Wänder mal wieder neu und beginne mich über eben diese aufzuregen, sie verändern zu wollen und nehme mir Dinge vor, die ich nicht schaffen werde. Gleichzeitig stelle ich fest, dass Ingress auch nach fast 6 Monaten immer noch Spaß macht und ich darüber was schreiben will.

Juli

Beginne mich wieder auf Menschen einzulassen. Auch ein schönes Gefühl. Die immer noch unterschwellige Beschäftigung mit dem Thema Suizid bricht sich dann auch mal in Form eines Blogbeitrags bahn.

August

Fühle mich bereit, mich wieder ganz und gar auf jemanden einzulassen. Geht na klar schief.  Würde mir gerne den Kopf frei laufen, nach 18 km gehts vor lauter Krämpfen kaum mehr weiter und der Kopf ist immer noch nicht frei. Werde prompt wieder nachdenklich und reg mich auf. Treffe aber auch alte Freunde wieder, was sehr gut tut.

September

Versuche das Leben enstpannter zu sehen. Eine mehr oder weniger interessante Konferenz in Lyon findet statt. Stelle fest, dass ich gerne einfach Menschen, die sich nicht kennen, zusammenwerfe und gespannt bin was passiert. Es bleiben ein Kontakt nach Israel und einer nach Australien.
Das wäre alles noch entspannender gewesen, wenn die Vertragsverlängerung nicht erst eine Woche vor Vertragsende gekommen wäre und nicht nur bis 30. November. Und auch dann, wenn der Monat nicht aus 3 Wochen purem Arbeitsstress bestanden hätte.

Oktober

Mit seinen Höhen und Tiefen und auch mit leichten zwischenmenschlichen Verwirrungen ein schöner Monat. Stelle fest, dass beta-Blocker deppresive Verstimmungen verstärken können. Möchte die beta-Blocker absetzen, immerhin gehts meinem Herz ja gut, und überlege wie ich meinen Kardiologen dazu bringen kann, dass er „weglassen“ sagt.
Großes Tief: Es brauen sich schon wieder so dunkle Wolken am Horizont auf. Mit der nächsten Vertragsverlängerung scheint es recht knapp zu werden. Ich mache mir mal Gedanken, was ich alles in die Dissertation packen will. Entscheide mich trotzdem noch ein kleines Gedicht-Projekt zu starten. Leider lief es nicht ganz so wie erhofft, aber vielleicht wars auch ganz gut so.

November

Beginnt mit der „Linken Literaturmesse“ in Nürnberg, stelle fest, dass mir das meiste zu dogmatisch und ideologisch ist, genieße es trotzdem.
Nach ein paar Tagen ohne beta-Blocker gehts mir immer noch prima und die plötzlichen Stimmungseinbrüche sind auch weg. Komisch, dass Tabletten die fürs Herz sind sowas auslösen. Na ja, weg ist weg. Auch mal ne Erfahrung.
Das mit der Vertragsverlängerung wird sehr sehr knapp, wenn überhaupt erfolgreich. Das bedeutet viele Experimente im Labor. Kaum freie Tage, kaum Kopf für was anderes.

Dezember

Wie jetzt? Die DFG hat es nicht geschafft den Antrag abschließen zu beraten? Im Februar dann? Na gut, wenn kein Geld mehr da ist, bin ich halt erst mal arbeitslos. Beginne die Dissertation ernsthaft zusammenzuschreiben. Wird ja auch Zeit.
Sinnkrise. Mitten im Zusammenschreiben. Na ja, war ja fast zu erwarten. Viel Zeit alleine, zuhause vor dem Rechner. Ging aber erstaunlich schnell vorbei.
Vorfreude auf den 30c3 – bin mal gespannt was mich da erwartet – und auch Vorfreude auf ein paar Tage in der alten Heimat.

Was bleibt?

Wenn ich mir das Geschriebene hier nochmal so anschaue, dann war das Jahr gar nicht so schlimm wie ich dachte. Eigentlich haben die schönen und intensiven Momente überwogen.  So viele Konzerte wie schon seit Jahren nicht mehr besucht. Viele Menschen kennen gelernt. Neue Freunde gefunden.
Klar hätte nicht alles so passieren müssen. Ich hätte z.B. gut auf das hüpfende Herz und in manchen Aspekten auch auf die Trennung verzichten können. Und ja, auch die ganzen Wirrnisse um die Vertragsverlängerungen, die es gab oder eben nicht gab, hätten nicht sein müssen. Aber alles in allem, war das Jahr dann doch nicht so schlecht, wie ich häufig tat. Es war nur ungewöhnlich und ansonsten recht lebendig.

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