Mensch sein

„Erst im Umgang mit den sogenannten Bestien und Monstern, mit Menschen also, auf denen das gesamte Unwerturteil einer Gesellschaft lastet, entfaltet der Rechtsstaat seine ganze Größe.“

Dieser Satz steht in einem Portrait, dass „Die ZEIT“ über die Strafverteidigerin Anja Sturm veröffentlicht hat.
Dieser Satz ist an sich schon mächtig genug, birgt aber doch noch so viel mehr.
Dieser Satz trifft tief.
Dieser Satz zeigt direkt auf einen Aspekt, der Mensch sein aus macht – losgelöst vom NSU-Prozess.

Es ist einfach sich dann an seine Ideale und Überzeugungen zu halten, wenn es einfach ist. Wenn alles läuft. Richtig interessant, wird es aber erst dann, wenn es Kraft und Energie kostet für seine Überzeugungen und Ideale einzustehen. Und damit meine ich jetzt nicht  Zivilcourage,  sondern das alltägliche. Es fängt damit an, dass man sich selber ständig hinterfragt und sich auch mal gegen den ersten Impuls entscheidet etwas zu tun oder zu lassen. Es bedeutet auch Fehler zuzugeben und zu verzeihen und auch jemanden zu verurteilen oder zu verlassen, wenn es nicht mehr anders geht.

Der Aspekt den dieser Satz zeigt ist die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis, zur Reflexion, zur Selbstentwicklung. Ach ja, niemand hat jemals behauptet, dass es einfach ist.

 

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