#projectreset

Der ein oder die andere, die mich auf sozialen Netzwerken verfolgen, ist vielleicht schon über den Tag #projectreset gestolpert. Vielleicht wundert sich auch die ein oder andere Person, dass es etwas ruhiger geworden ist was soziale Netzwerke angeht oder sich die Aktivitäten etwas verlagert haben. Und vielleicht ist es einigen aufgefallen, dass ich über Kommunikationskanäle auf die ich sonst sehr schnell reagierte, gar nicht mehr oder nur sporadisch erreichbar bin. Warum das alles? Warum #projectreset?

Wie einige von euch wissen, stehe ich gerade am Ende eines größeren Lebensabschnitts. Sprich, meine Dissertation neigt sich dem Ende zu und ich schau mich gerade in der großen, weiten Welt der Arbeitsmarkts um. Ich bin mir immer noch nicht so ganz mit mir selbst einig, ob ich einen Umzug ausschließen oder anstreben soll – manche Dinge sprechen dafür, machen dagegen und manchmal spricht ein Ding gar für beides. Ich bin mir noch nicht mal ganz mit mir selbst einig, in welche Richtung ich mich genau entwickeln will. Dazu kommen noch einige Dinge, die im letzten Jahr geschehen sind, die ich teilweise erst jetzt so richtig an mich ran lassen. Dinge, die ich herunterspielte, in großen Gruppen ertränkte oder mit Aktivitäten füllte, die mich nicht füllten. Also eigentlich Zeit sich mal ein wenig zurückzuziehen, einen Rückblick zu wagen und sich teilweise oder komplett neu zu erfinden bzw. weiterzuentwickeln.
Dazu gehört eben nicht nur sich mal hinzusetzen und nachzudenken, sondern auch aus dem normalen Trott auszubrechen. Und ein Teil dieses Trotts ist bei mir das Bedienen sozialer Netzwerke. Einige haben sich ja schon fast beschwert, dass ich ihnen ihre Timeline zumülle, einige fanden es gut, mir war es eigentlich egal. Dazu gehört auch teilweise den Kontakt einzuschränken, sich selbst über seinen Standpunkt und seine Rolle klar zu werden. Dazu gehört auch Kontakte zu reaktivieren, Schwerpunkte neu zu setzen und manche Kontakte komplett abzubrechen. Wer von was betroffen sein wird, wird sich entwickeln. Dazu gehört auch, sich über die Zugehörigkeit zu Gruppen Gedanken zu machen. Wobei das eh immer so ne Sache ist, mit mir und Gruppen. So ganz zugehörig fühlte ich mich nie einer und werde mich auch keiner fühlen. Das ist aber eigentlich ganz gut so, habe ich kleine, heterogene „Gruppen“ oder noch besser eins zu eins Kontakte deutlich lieber. Auch das gehört zu #projectreset, es betrifft eben nicht nur die online-Welt, sondern mein ganzes Leben. Vielleicht ist es auch einfach der erste Schritt sich abzunabeln und auf einen Umzug vorzubreiten. Ich habe noch keine Ahnung. Aber ich bin mal gespannt wohin sich das alles entwickeln wird.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich verpuppe mich gerade und bin mal gespannt, was hinterher dabei raus kommt. Wer meint, mich erreichen zu müssen, findet Mittel und Wege außerhalb der bei mir üblichen Kommunikationskanäle. Und das dürft ihr auch gerne tun, solange ihr nicht mit so Dingen kommt wie: „Alles in Ordnung?“ „Das wird schon wieder werden.“ und ähnlichem. Denn: Es ist nie alles in Ordnung, wäre ja auch langweilig. Und ja, es wird schon irgendwas werden, das ist der Lauf des Lebens.

#projectreset dient also dazu Abstand zu gewinnen, von Routine, von Menschen, von sich selbst und vor allem von den Dingen die andere in ein hineinprojizieren. (Und weil es schön ist Dinge bei einem Namen zu nennen und sie dann ein wenig ihren Schrecken verlieren, bekam es selbigen.)

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