Schatz im Silbersee

 

Die Kongresshalle am trohnt über dem, zu diesers Jahreszeit, abgelassenen Dutzendteich.

Die Kongresshalle trohnt über dem, zu dieser Jahreszeit, abgelassenen Dutzendteich.

Schon im November letzten Jahres, war ich gegen späten Nachmittag auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg unterwegs. Das Gelände beherbergt ja nicht nur die Kongresshalle (mit dem Dokuzentrum und dem Serenadenhof – beides für sich einen Besuch wert), sondern auch den Dutzendteich und eben den Silbersee.

Ich war etwas überrascht, als ich das Gelände das erste mal vom Silbersee aus in Richtung des ehemaligen Bahnhof Dutzendteich durchschritt, kannte ich doch bis dahin eher die Ecke Kongresshalle/Große Straße.  Außer einigen Gänsen und ein paar Spaziergängern, hatte ich eigentlich meine Ruhe und konnte die Landschaft auf mich wirken lassen. Etwas trostlos sahen die abgelassenen Teiche zwar aus, trotzdem strahlte das Gelände an diesem Tag eine ziemliche Ruhe und Gelassenheit aus. Gleichzeitig wird einem die Größe der Kongresshalle und des Geländes erst richtig bewusst. Entlang der Strecke, war die Kongresshalle eigentlich immer zu sehen. Direkt davor stand ich zwar schon einige male, da ist das dann halt einfach ein großes Gebäude; von der Burg aus ist sie auch gut zu sehen, aber an diesem Tag wirkte die Kongresshalle deutlich größer und dominanter auf mich als sonst. Das beeindruckt dann doch ganz schön. Zusammen mit den Infotafeln, wird einem dann bewusst, welchen Geltungsdrang – eher schon Größenwahn – dort zwischen den Jahren 1933 – 1945 seine Spuren hinterlassen hat. Zusammen mit den Dokuzentrum und den Infotafeln, mahnt das Gelände unaufdringlich vor einer menschenverachtenden Ideologie. Trotzdem, oder vielleicht eher gerade wegen der Unaufdringlichkeit, ist es ein sehr schönes Naherholungsgebiet.

Sonnenuntergang über dem Silbersee

Sonnenuntergang über dem Silbersee. Der Silbersee wird dabei in einen goldenen See verwandelt, bleibt aber immer noch verseucht.

Aber auch ein weiteres Mahnmal versteckt sich auf dem Gelände. Ich war etwas überrascht, als ich am Silbersee stand, die ganzen Gänse und anderen Wasservögel auf dem See sah und eine Warntafel entdeckte. Der komplette Silbersee ist durch eine, benachbarte, ehemalige Sondermülldeponie extrem belastet. So stark, dass z.B. vor lebensgefährlichen Konzentrationen an Schwefelwasserstoff im Wasser ist – trotz Sanierungsmaßnahmen.

Das Gelände beherbergt also nicht nur ein Mahnmal einer menschenverachtenden Ideologie, sondern auch ein weiteres: Ein kleines Mahnmal der negativen Einflüsse, die der Mensch auf die Natur hat. Und beide Mahnmale sind von außen betrachtet sehr schön anzuschauen, eben gerade so lange man sich nicht mit ihrer Geschichte und Entstehung beschäftigt.

Sonnenuntergang über dem Dutzendteich

Sonnenuntergang über dem abgelassenen Dutzendteich

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