Wahlhelfer

Diese Landtagswahl und diese Bundestagswahl, war ich zum ersten mal in meinem Leben Wahlhelfer. Grund genug euch zu erzählen warum ich das war, wie man es wird und was man da so macht.

Angefangen hatte das mit der Politik und mit mir ja schon vor ein paar Jahren, nachdem ich dann zuerst bei den Piraten lokal aktiv wurde, bemerkte ich relativ schnell, dass mit eine reine Parteiarbeit nichts gibt. Erschwerend kam der Faktor Mensch, Arbeitsbelastung und vieles andere hinzu. Daher währte das Engagement nicht sonderlich lange und endete relativ plötzlich. In dieser Zeit lernte ich zumindest ein wenig Wahlkampf (BTW 2009) und auch die Arbeit an Infoständen kennen. Grund genug für mich die organisatorische Seite einer Wahl kennen zu lernen.
Wie wird man Wahlhelfer?
In Fürth füllt man eine PDF aus, die man auf der Seite der Stadt findet. Diese druckt man entweder aus oder sendet das Formular an die Stadt. Dann wartet man bis kurz vor der nächsten Wahl (in meinem Fall 2 Monate vor der LTW Bayern. Dann häufen sich verpasste Anrufe von Menschen die keine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen. Das ist aber erst einmal die Voranfrage ob man noch willens ist, was für einen geplant ist. Noch kann man ablehnen. Sagt man zu, bekommt man erst einmal eine schriftliche Einladung zur Schulung (die freiwillig ist) und die ganzen Termine bestätigt. Zusammen mit den Wahlbrechtigungskarten kommt dann ein Einschreiben von der Stadt in dem einem endgültig mitgelteilt wird als was man eingeteilt ist. Und ja, jetzt ist man auch verpflichtet.

Was passiert am Wahltag?
Es gibt zwei Gruppen, die erste Gruppe fängt kurz vor 8 an und bleibt bis kurz vor 13 Uhr. Die zweite Gruppe fängt um 13 Uhr an und bleibt bis Schluss. Kurz vor 18 Uhr treffen sich dann wieder alle und es wird gemeinsam ausgezählt.
Das Auszählen ist  dann eigentlich der spannende Teil. Je nachdem was man auszählt wurde das halbwegs gut oder eher schlecht vorbereitet. Landtags- und Bezirktagswahl war recht angenehm zu zählen. Erst- und Listenstimme waren auf unterschiedlichen Zetteln. Für die Erststimme konnte so einfach eine Strichliste geführt werden, für die Listenstimme gab es vorgedruckte Zählformulare. Die Volksentscheide waren katastrophal zu zählen, da alle 5 Entscheide auf einem Zettel waren. Das führte dann dazu, dass man alles Zettel 5 mal sortieren müsste und jedesmal auf ungültig, gültig, ja oder nein achten sollte. Und das Nachts gegen 23 Uhr, komplett unterzuckert. Aber auch das war ein Erlebnis.
Die Bundestagswahl eine Woche später war dagegen gar kein Problem. Erst wurden die Stimmzettel danach sortiert ob Erst- und Zweitstimme identisch oder unterschiedlich vergeben wurden. Dann wurden gezählt. Danach wurden die Stimmen mit unterschiedlicher Erst- und Zweitstimme nach Erststimmen sortiert, gezählt und dann nach Zweitstimme sortiert und gezählt.
Nachdem dann mal alles mindestens zwei mal überprüft wurde, wird das Ergebnis in die Formulare eingetragen. Dann werden noch alle Stimmzettel verpackt und ins Wahlbüro gebracht. Für die Botendienste gibt es übrigens einen extra Wahlboten.

Bekommt man was dafür?
Ja, man bekommt Erfrischungsgeld. In meinem Fall waren es erst 80, dann 70€. Ich habe das aber auch erst hinterher erfahren und hätte es wohl auch umsonst getan.

Was sollte man beachten und mitbringen?
Erst einmal sollte man sich was zu Essen und zu Trinken einpacken. Vor Ort gibt es normalerweise nichts. Dann sollte man noch den Willen zu sorgfältigem und gewissenhaften Arbeiten mitbringen. Eine Portion Geduld schadet auch nicht.

Ich würde es auf alle Fälle wieder machen. Allerdings bin ich mal gespannt wie das bei den Kommunalwahlen 2014 wird.

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