Zufälle

Zufällig stieß ich letztlich über Google+ auf diesen Blog-Beitrag: Schicksal. Darin ging es um den Zwang, in den Ereignissen seines Lebens einen Sinn entdecken zu müssen, auch wenn alles nur Zufälle sind. Das brachte mich zu einem Kommentar, den ich euch nicht vorenthalten, aber auch weiter entwickeln will.

Und die Kunst ist: einfach sich selbst zu sein, zu bleiben, sich
trotzdem zu entwickeln. Egal welche Zufälle einen prägen. 
Den Zufall immer zu akzeptieren und ihn zu einem Teil
von sich zu machen. 😉


Dummerweise brachte dieser Spruch mal wieder längst vergangene Gedanken zu Tage. Gedanken die ich einer sehr guten Freundin mal in ein eigens für sie hergestelltes Kochbuch schrieb. Der Tenor damals war: „Ich wünsch dir nicht, dass du immer die selbe Person bleibst, aber dass du immer du selbst bleibst und dich entwickelst“. Gleichzeitig steht der Kommentar im Widerspruch zu einer Aussage einer anderen guten Freundin „Nichts geschieht ohne Grund.“ Ich bin immer noch geneigt, irgendwie beiden Aussagen zu zustimmen. Auch Zufälle müssen nicht ohne Grund geschehen. Trotzdem. Trotzdem finde ich, dass man das Leben nehmen muss wie es kommt. Manchmal ärgert es einen, manchmal macht es einen fertig, manchmal deprimiert es einfach nur. Manchmal verpasst man Dinge, weil man zu unsicher oder noch nicht bereit dazu ist. Aber meistens passiert das Leben einfach und man trifft Entscheidungen, bereut diese, findet sie doch wieder richtig und freut sich hinterher einfach über das ganze Chaos. Das Chaos, das man hinterlies, das man erlebte, das man verursachen wird.

Ja, es mag sein, dass nichts ohne Grund geschieht. Aber, wer bin ich diesen Grund überhaupt erahnen zu können? Da nehme ich doch lieber in Kauf, dass das Leben manchmal einfach chaotisch und zufällig ist. Und nebenbei mache ich den Zufall zu einem Teil von mir. Erzwingen kann ich eh nichts. Also versuche ich den Zufall anzunehmen. Manchmal verpasst man Zeitpunkte und nichts passt mehr – manchmal fällt alles einfach so ineinander, dass es passt. Meistens macht es unglaublich viel Spaß. Und das Schönste ist, das steht zu keinem Widerspruch zu meinem Lebensmotto: „Egal, welche Entscheidung du triffst, es ist die Falsche.“

Das mag sich jetzt sehr deprimierend anhören, ist es aber nicht. Du kommst immer wieder an den Punkt, an dem du dich fragst „Warum steh ich hier und was wäre, wenn?“. Und genau das was, “wäre wenn”? Eine Frage, die man sich gerne stellt, die aber nie beantwortet werden wird. Daher: „Man trifft Entscheidungen. Es werden irgendwann immer die falschen sein. Man fragt sich, warum?“ Aber es sind Entscheidungen, und dazu sollte man stehen. Diese Momente machen einen aus, diese Momente prägen einen. Und genau diese Momente, bringen einen voran und entwickeln einen weiter ohne sich selbst zu leugnen.

 

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