Zwei Monate

Zwei Monate ist es jetzt schon her, dass ich relativ plötzlich das Labor verlassen musste. Zwei Monate arbeitslos quasi in der Luft hängen. Na ja, in der Luft hängen ist falsch. Zwei Monate Dissertation schreiben – fast fertig- und nicht wissen wie und wo es weiter gehen wird.
Ganz überraschend kam die Nichtverlängerung des Arbeitsvertrags ja nicht, die Begründung war ein wenig lustig. Der Antrag, an dem meine Stelle hing, wurde zwar begutachtet, aber nicht entschieden. Statt dessen wurde neue Gutachten angefordert, jetzt soll die Entscheidung dann im Februar fallen – wahrscheinlich. Auch das ist nicht wirklich tragisch, es wäre nur schön zu wissen, ob ich nach dann 3 Monaten erst einmal meine alte Stelle wieder bekomme und dort in Ruhe die Vorbereitungen für die Prüfung machen kann, oder ob ich mich bewerben muss und nebenher auf die Prüfung vorbereiten. Aber eigentlich war der Zeitpunkt gar nicht schlecht, zusammenschreiben wollte ich eh ab Dezember letzten Jahres und so war die Gelegenheit günstig und der Zwang vorahnenden.

Was mich aber eigentlich wundert ist, wie stark es einen bewegt/verändert arbeitslos zu sein. Nicht nur das Geld ist (noch) knapper als sonst, auch die sozialen Kontakte fehlen ein Stück weit. Die ersten ein bis zwei Wochen, fühlte sich das noch an wie ein Urlaub – trotz schreiben und Behördengängen. Aber nachdem ich jetzt den Januar zu Hause saß und schrieb, stellte ich doch fest, wie unangenehm es ist alleine zu Hause zu sein. Klar, Abends ist Sport, Freunde treffen und anderes nach wie vor normal. Aber all das, was man an einem normalen Arbeitstag mit Kollegen quatschte, fehlt. Fehlt arg. Träge werde ich auch ein wenig, stellte ich fest. Noch nicht mal, dass ich nichts tun würde. Eher emotional und intellektuell. Mir ist deutlich mehr egal als früher, die Auseinandersetzung mit Alltags(politischen) Themen fehlt. Und noch mehr fehlt der ständige Stimulus, wenn neue Probleme auftauchen, neue Daten interpretiert werden müssen und und und. Das fehlt noch mehr als Menschen. Ich stand jetzt schon lange nicht mehr so richtig unter Strom, weil mich ein Thema nicht mehr los lies. Sonst hatte ich das eher regelmäßiger. Na ja, das wird ja auch wieder anders. Ich finde es nur interessant, wie sich das Gefühl so mit der Zeit verändert.

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2 Antworten auf Zwei Monate

  1. Alex sagt:

    Dann hoffe ich doch mal, dass du alte deine Stelle doch noch wieder bekommst.
    Ich drück dir die Daumen.

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